Daunenbetten und Jackenfutter aus Pappelflaum
Die Freiburger Firma Pappillon erntet Pappelfasern in einem gemeindeeigenen Wald nahe Bietigheim. Die Fasern werden mit Hilfe eines selbstentwickelten und patentierten Verfahrens getrennt, gereinigt und getrocknet. Eine chemische Behandlung ist nicht notwendig.
Forschungsergebnisse bescheinigen den Pappelfasern eine hohe Wärmeisolation und eine sehr gute Wasserdampfaufnahmefähigkeit. Im Vergleich zu konventionellen Daunendecken sind die Pappeldecken sehr dünn und zudem leichter. Nach Angaben der Firma Pappillon wird weder Schwitzen noch Frieren begünstigt. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund bestätigt, dass es kein pflanzliches Material auf dem Markt gebe, das so gut warm halte.
Die Bettdecken aus Pappelflaum kosten zwischen 250 und 500€. Bald sollen die Fasern der Freiburger in Schlafsäcken und Freizeitjacken verarbeitet werden.
Pappillon kooperiert auch mit Farmern aus Rumänien, China, den USA und Patagonien. Außerdem experimentiert man auch mit anderen Pflanzenfasern. Nach Ansicht des Unternehmensgründers Jens-Gerrit Eisfeld kommen auch Distelfasern in Frage. Im Gegensatz zu der aufwändigen Ernte der Pappelfasern benötige man hierbei zur Ernte auch keine Hebebühnen und Fesselballone.
Pappelfasern bieten sich insbesondere auch als Futter für Naturtextilien an. In der Praxis sind diese Fasern also eine ideale Ergänzung zum Beispiel für Produkte aus Brennessel-Fasern. In der Theorie sah das schon einmal anders aus. Dies war nämlich der Fall als die Firma Pappillon in der Unternehmershow auf dem Spartensender ntv gegen die Brennessel-Textilien der Stoffkontor Kranz AG als Gegner antrat und gewann.
Aber das ist Jahre her. Inzwischen hat Pappillon sein Sortiment um spezielle Kopfkissen erweitert, die mit Korkpartikeln befüllt sind. Dabei handelt es sich um eine weitere Innovation für guten Schlaf.
Klaus-Martin Meyer